Das eine ist, daß der eigentlich von mir und auch von Freund D. musikalisch verehrte Bryan Ferry eine neue CD herausgebracht hat. Das andere ist, daß er eine sehr merkwürdige Auffassung von Humor hat, wenn man so etwas überhaupt noch Humor nennen kann.
In einem Interview, das ich in der Welt am Sonntag (aka Käseblatt) gelesen habe, bekennt er freimütig, daß er sein Studio Führerbunker nennt. Dann sagt er, ohne es später zu erklären oder zu relativieren, weiter:
"Die Art und Weise, wie sich die Nazis inszeniert und präsentiert haben, meine Herren! Ich spreche von den Filmen von Leni Riefenstahl und den Gebäuden von Albert Speer und den Massenaufmärschen und den Flaggen - einfach fantastisch. Wirklich schön"
Mensch Herr Ferry, stark differenziert denkende Menschen mögen den optischen und inszenatorischen Genuß der von Ihnen erwähnten Dinge eventuell, aber auch nur eventuell, von dem damit zusammenhängenden millionenfachen Massenmord und all dem anderen Leid, was diese Inszenierungen mitverursacht haben, trennen können.
Generell, so denke ich, sollte man sich aber mit solch öffentlichen Lobhudelein zurückhalten und dies besonders dann, wenn man die die letzte Chance einer relativierenden Differenzierungsmöglichkeit dadurch komplett aufhebt, daß man sein Studio Führerbunker nennt.
Da hört nicht nur der intellektuelle Humor, sondern auch meine Toleranz für solch ein saudumm bescheuertes und gefährliches Gesabbel auf!
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